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Spin-Off-Konzert 
@ Piano Trio Fest 2026

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Von Aufbruch und Sehnsucht

Programm

J.Haydn (1732 1809): Trio F-Dur Hob.XV: 6

I. Vivace

II. Tempo di minuetto

A. Babadjanian (1921-1983): Klviertrio fis-Moll (1952)

I. Largo - Allegro espressivo

II. Andante

III. Allegro vivace

Pause

F.Schubert (1797-1828): Trio Nr. 2 Es-Dur op. 100 D929

I. Allegro

II. Andante con moto

III. Scherzo. Allegro moderato - Trio

IV. Allegro moderato

Von Aufbruch und Sehnsucht

Der Aufbruch ist in Haydns selten gespieltem F-Dur-Trio Hob. XV:6 kaum zu überhören: Gleich zu Beginn setzen markige "Trommelbässe" auf dem Ton F ein, die das Werk mit einer Mischung aus Entschlossenheit und Widerborstigkeit eröffnen. Und als wolle Haydn gleich demonstrieren, wozu diese Energie fähig ist, stolziert das Trio in der Durchführung mit mitunterer Dreistigkeit durch die verschiedensten Tonarten.

Auch Arno Babadjanians fis-Moll-Trio hat seinen eigenen Zündfunken: Es beginnt mit jenem beharrlichen dis der Streicher, ein lautloser Countdown, bis sich die Musik in ein leidenschaftliches Allegro stürzt.

Doch unter dieser Energie liegt eine zweite, politisch aufgeladene Ebene:

Babadjanian greift tief in das Repertoire armenischer Volkslieder, Melodien und Tänze, jene kulturellen Quellen, in denen sich das kollektive Gedächtnis eines Volkes spiegelt, das lange um Freiheit, Identität und eine eigene Stimme ringen musste.

Diese Anklänge machen die Grundhaltung des Trios spürbar; eine Sehnsucht, die nicht sentimental verweht, sondern trotz aller Unterdrückung ungebrochen bleibt.

Der zweite Satz, mit dem Wort "Sehnsucht" fast schon verzückt beschrieben, entfaltet ätherische Schönheit, wie sie nur selten zu hören ist, während im Finalsatz die rhythmische Entschlossenheit wieder zurückkehrt, nun fast wie ein musikalischer Aufstand: unbeirrbar und getragen von der Überzeugung, dass sich ein Volk zwar beugen, aber nicht brechen lässt.

Zwischen Aufbruch und Sehnsucht bewegt sich auch Schuberts monumentales Es-Dur Trio.

Schon im ersten Satz geraten unversöhnliche Gegensätze aneinander: Triumphal aufleuchtende Gesten unvermittelt neben jener typisch schubertischen Gegenwelt, die dem Zuhörer mit einem einzigen harmonischen Schwenk den Boden unter den Füssen wegzieht.

In Dimensionen, die jedes Reden darüber sofort als oberflächlich erscheinen lassen.

Vielleicht trifft deshalb gerade hier Alfred Einsteins Satz über Schuberts Kompositionen am besten: "Musizieren, Lieben, Maulhalten!"

Das sind wir

Was auf dem Papier steht ist nur der Anfang. Die eigentliche Musik entsteht im Raum dazwischen: zwischen Vorstellung und Interpretation, zwischen Klang und Zuhören. Deshalb begleitet uns E:T:A: Hoffmann seit unserer Gründung 2016 als Namenspatron: weil er ein Grenzgänger zwischen den Künsten ist, zwischen Analyse und Fantasie. Sein Denken ist uns Impuls, sein humor gelegentlich Trost, seine Vielseitigkeit Vorbild.

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Update 13.02.2026

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